Tischgespräche mit Midori – Teil II

Es war nicht eigentlich ein Tischgespräch.

Ich brachte meine zweieinhalbjährige Tochter ins Bett und wir lasen uns noch einmal quer durch die gesamte im Familienbett verstreute Lektüre: die Karl-May-Biografie, Beedle den Barden (hier faszinieren Midori ungemein die Totenköpfe auf dem Umschlag), ein Tom & Jerry Buch.

Dann fischte Midori einen kleinen Popel aus ihrer Nase und schrie laut und entsetzt: „Bäh! Bäh!“

Irgendetwas stimmt nicht, dachte ich sofort. Etwas war falsch. Ihr Ekel wirkte zu antrainiert, war zu sehr Pappkulisse.

Und als ich dann das faszinierte, verschwörerische Glitzern in ihren Augen sah, dachte ich gerade noch: „Bitte frage jetzt nicht das, was ich denke, dass du es fragen wirst …“

„Kann – man – den – Popel – essen?“

Ich rang nach einer salomonischen Antwort. Das dauerte einige Sekunden und „Ähm´s“.

„Du wirst nicht davon sterben.“ sagte ich dann.

Advertisements

Ein Gedanke zu “Tischgespräche mit Midori – Teil II

  1. Warum werden eigentlich solche Fragen nie in diesen Kinder-Wissens-Büchern behandelt?
    „Warum ist der Himmel blau?“ – Wer fragt denn so was?!
    Aber eine wirklich gute Antwort auf die Frage, warum man keinen gelben Schnee essen darf…?

    Skandalöse Pseudo-Bildung.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s