Ingvar in den Fängen von Opus Maximum

Was bisher geschah: In einem Anfalls größtmöglichen Leichtsinns hatten Ingvar und ich die Bude von Sebastian Fitzek auf den Kopf gestellt – und waren dabei auf den Nachweis einer geheimen Organisation von Schriftstellern gestoßen, die es sich zum Ziel gesetzt hatte, in ferner theoretischer Zukunft den ultimativen Roman zu schreiben (das Indiz bestand kurioserweise aus den Lichtbildern eines gewissen Daniel Kehlmann in geradezu bacchantischen Posen -> näheres hier …). Professor Haberer, ein gut informierter Bekannter Ingvars, hatte uns die Gefährlichkeit von „Opus Maximum“ recht deutlich vor Augen geführt, und … nun ja … Wir hatten nicht sonderlich viel darauf gegeben. Wir verließen die Kneipen frühmorgens nur halb- und nicht volltrunken. Das war´s dann aber auch schon, was wir an Sicherungen in unseren Alltag einbauten. Wir hatten unsere Zeit damit verplempert, nach Madrid zu fliegen, uns über Michael Schumachers Gesundheitszustand Sorgen zu machen, dabei hätten wir uns doch besser in die finstersten nordkoreanischen Bunker zurückziehen sollen. Aber hinterher – ich weiß – ist jeder schlauer …

Es ist sehr früh am Morgen: Kaffee habe ich schon getrunken (oh weh … ich bin rückfällig geworden …), gekämmt und rasiert bin ich aber noch lange nicht. Da klingelt es an der Tür. Kaká klimpert mit seinen langen Wimpern, dann rollen Tränen über sein feines brasilianisches Gesicht. Cristiano Ronaldo sitzt neben ihm auf einer Treppenstufe und ist mit seinem diamantenbesetzten Mobiltelefon beschäftigt. (Was machen Kaká und Ronaldo in Dresden, werden Sie sich jetzt berechtigt fragen -> lesen Sie hier, wie es dazu kam …)

„Ingvar ist weg! Mein lieber Ingvar …“, weint Kaká. Ist es Eifersucht, die ich da spüre?

„Ingvar ist öfter mal weg. Kein Problem. Kneipentour und so. Vielleicht hast du ihn ja auch nur mit deinen Schachkünsten vertrieben. Er verliert nicht gern.“

„Nein, nein. Er ist entführt worden. Wir haben es gesehen!“

„Stimmt das?“, frage ich in Ronaldos Richtung.

„Ja!“ Etwas Sabber tropft aus Ronaldos Mund auf den Fußboden des Treppenhauses. Er widmet sich wieder seinem Telefon. Ich versuche, etwas auf dem Display zu erkennen.

„Was macht er da?“, frage ich Kaká.

„Primzahlen. Er sucht welche mit 13 Millionen Dezimalstellen. Ich hab ihm davon erzählt. Und … Scheiße … er hat´s begriffen.“

Ich reibe mir verwirrt die Augen. „Egal … Zurück zum Thema. Wo waren wir? Ingvar! Entführt von wem?“

„Der Entführer hatte eine Maske, viel war nicht zu sehen. Nur dass er ganz viele Haare hatte. Die kamen an der Seite der Maske heraus und auch seine Arme waren voll davon. Wie ein Affe oder ein Yeti.“ Kaká schließt die Augen, um sich mögliche Details genauer ins Gedächtnis zu rufen. „Mehr weiß ich nicht. Es war früh um drei. Wir waren alle aus dem Schlaf gerissen. Haben den Lärm gehört und vom Fenster aus gesehen, wie der Behaarte Ingvar über die Auffahrt zerrte.“

„Zu einem Auto? Welcher Typ? Welche Farbe?“

„Das ist das komische … Kein Auto. In eine Pferdekutsche hat der den Ingvar gestopft. So richtig altmodisch, mit Pferden.“

„Interessant. Interessant.“

„Weswegen wir hier sind – abgesehen davon, dich als Ingvars Freund zu informieren … Er bat mich, dir im Falle von Problemen das hier zu geben.“

Kaká reicht mir einen dicken, beigefarben Umschlag. „Den soll ich dir geben. Wenn … Wenn mit Ingvar irgendetwas passiert.“

„Danke“, sage ich.

Ein Ruck geht durch Kakás Körper, er wischt sich die Tränen vom Gesicht und putzt sich kurz die Brille sauber. Dann dreht er sich um zu Ronaldo: „Komm, Cristiano. Zeit fürs Windelwechseln.“

Allein stehe ich später in meiner dunklen Wohnung, Ingvars Umschlag in den Händen. Ein bärtiger Mann … Es ist absurd, aber ich kann nicht aufhören an Reinhold Messner zu denken.

… Fortsetzung hier ->

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3 Gedanken zu “Ingvar in den Fängen von Opus Maximum

  1. northbohemian schreibt:

    Lieber Mani,

    danke für den Hinweis. Sehr trottelig hatte ich die Folgen untereinander mit der jeweiligen WordPress-Paginierung (bei damals einem angezeigten Artikel auf der Startseite) verlinkt – anstatt auf den konkreten Beitrag zu verlinken … Später habe ich dann völlig irrlichternd und ohne nachzudenken auf drei angezeigte Beiträge je Seite umgestellt und da war das Chaos perfekt.

    Ich hoffe, ich habe jetzt alles repariert.

    Nochmals danke für Deinen Hinweis und viele liebe Grüße.
    Falk

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