Ingvars Botschaft – oder – Köttbullar mit Strychnin

Was bisher geschah: Ingvar und ich waren wie zwei Idioten in die düstere Welt des literarischen Geheimbundes „Opus Maximum“ hineingestolpert und offensichtlich hatte man uns auf irgendeine Weise ertappt. Sebastian Fitzek und seine finsteren Kumpane hatten Ingvar verschleppt – wenn ihm nicht noch viel Schlimmeres zugestoßen war …

Die frühe Morgensonne beleuchtet Ingvars Gekritzel: „Wenn dir die Jungs diesen Brief bringen, kann das nur eines bedeuten: dass mich diese Schreiberlinge in die Finger bekommen haben, dass sie von dir aber glücklicherweise noch nichts wissen. Keine Sorge: man mag mich foltern und schlagen – ich werde dich nicht verraten. Bei IKEA wird man meine Abwesenheit sofort für irrlichternde Wahnsinnstaten ausnutzen: man wird die Futura gegen die Verdana austauschen, man wird die Köttbullar mit Strychnin versetzen und so weiter. Das soll aber nicht deine Sorge sein. Hier ist mein Plan: Punkt 1:) Rufe sofort Professor Haberer an. Zeitgleich mit diesem Brief ist ein maximal mit Tinte bedeckter Scheck an ihn unterwegs, so dass er deutlichst motiviert sein sollte, dir zu helfen. Seine Telefonnummer ist die folgende …“

Ich halte kurz inne im Lesen. Dass Ingvar Vorsorge für den Ernstfall getroffen hat, beschämt mich. Ich war naiv genug gewesen zu glauben, man würde uns nicht einmal suchen.

Punkt 2.) Rettet mich oder sorgt wenigstens dafür, dass meine sterblichen Überreste zurück nach Schweden gelangen. Punkt 3.) Nur für den Fall, dass ihr mich nicht lebend raushauen könnt: Macht das mit Opus Maximum publik. Hetzt diesen Fitzek und die ganze Bande meinetwegen rund um den Globus. Ach ja: In diesem traurigen Fall vermache ich dir übrigens IKEA und mein gesamtes Vermögen. Kümmere dich um die Jungs. Und – ganz wichtig: lass die Typen, die das mit der Verdana und den Köttbullar zu verantworten haben, erschießen. Muss nicht gleich sein, aber vergiss es bitte nicht. Profis für diesen Part erreichst du gegebenenfalls unter dieser Nummer ….“

Meine Hände zittern und das Blatt Papier fällt mir aus der Hand. Ich brauche fünf Minuten, bis ich mich genügend beruhigt habe, um nach dem Telefon zu greifen.

„Hier Haberer“, meldet sich eine aufgeräumte Stimme nach zweimaligem Klingeln. „Sind Sie es, Herr Enderlein?“

… Fortsetzung hier ->

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2 Gedanken zu “Ingvars Botschaft – oder – Köttbullar mit Strychnin

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