Nose Job im 17. Jahrhundert?

In der Monographie zu Diego Velázquez aus dem Kölner Taschen Verlag stolpere ich auf Seite 50 über zwei Porträts des Don Pedro de Barberana. Das jüngere der beiden ist ein Ausschnitt aus dem Gemälde „Die Übergabe von Breda“.

Autor Norbert Wolf geht nicht näher darauf ein – dabei ist eines unübersehbar. Man mag nicht glauben, dass es sich um ein und denselben Mann handelt. Wo im drei Jahre früher entstandenen Porträt eine etwas verschnupft wirkende Stupsnase das Zentrum des Gesichtes des Don Pedro bildet, ist es im Detail der Übergabe von Breda eine ganz kämpferische Hakennase.

Man kann spekulieren, dass Don Pedro da selbst mit dem Taschenmesser und Holzkitt nachgeholfen hat, sich seinem privaten Schönheitsideal anzunähern. Wahrscheinlicher ist natürlich, dass Velazquez das später entstandene Porträt ein bisschen leger aus dem Gedächtnis gezaubert hat. Da war Spinola als Lichtfigur der „Übergabe von Breda“ wichtiger. Don Pedro mag getobt haben.

P.S. Oder bekam man sowas von der Syphilis? Falls ja – wie überlebte Velázquez soviel Ehrlichkeit?

Quelle: Norbert Wolf, Velázquez, Benedikt Taschen Verlag GmbH, 1999

velazquez

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