Der 30fache Heesters – oder – Zeitreise in´s Alte Ägypten

Ich gebe mich gern als toleranter Mensch. Dabei bin ich das überhaupt nicht. Gesteht mir zum Beispiel irgendjemand, er (oder sie) interessiere sich nicht für Geschichte, nicke ich für gewöhnlich verständnisvoll. Tatsächlich aber ist das, was sich in meinem Gehirn in solchen Momenenten zusammenbraut, tiefster Abscheu. Wie kann man nur die die vergangenen Jahrtausende nicht als das ansehen, was sie sind: ein hoch spannendes Konzentrat menschlicher Biografien, spannender politischer Verwicklungen, unvorstellbarer Tragödien und vielfältigster Kulturen. Zwangsläufig enthält die Vergangenheit ein Vielfaches der Gegenwart. Es sei denn, man stellt Quantität über Qualität: denn dann generiert wahrscheinlich Twitter in einer Sekunde mehr Text als sämtliche antiken Geschichtsschreiber zusammen. Ja, und die Zukunft … Ist auch nichts als anderes als eine Interpolation, ausgehend von der Gegenwart. Wie langweilig …

Da ist doch das Alte Ägypten wesentlich interessanter: geniale Architekten, eindrucksvolle Kunstfertigkeit, für die Ewigkeit konservierte Regierungschefs. Und penible Chronisten. Atemberaubend hierbei erscheint mir besonders die Tatsache, dass sogar für einen angestaubten Kerl wie beispielsweise Pharao Mentuhotep III. exakte Daten zur Regierungszeit bekannt sind. Immerhin ist das dreitausend Jahre her. Eine unvorstellbar lange Zeit, möchte man meinen. Dabei bekommt man selbst diese scheinbar ewige Zeitspanne durchaus sozusagen handlich verpackt. Man nehme … meinen guten Freund Heesters. 106 Jahre ist der kürzlich geworden. Nehmen wir nun an, Jopie hätte mit 99 einen Sohn gezeugt – nicht lachen jetzt, alles technisch machbar. Nehmen wir nun weiter an, dieser Sohn hätte ähnlich gute Gene, sozusagen die Methusalemlizenz und würde das Spiel der Zeugung eines Sohns mit 99 Jahren fortsetzen und so weiter und so fort. In dreißig Generationen hätte man dreitausend Jahre überbrückt und wäre – rückwärtsgewandt – bei Mentuhotep III.

Und dreißigmal Heesters ist gar nicht so viel, wie folgende Illustration (die Sie vielleicht im ersten Moment an Ihrem Kontaktlinsendealer oder Ihrer Medikation zweifeln lässt) eindrucksvoll beweist:

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